Das wahre Gründungsdatum
Schlagartig 22 Jahre älter geworden.
Im September 2011 wurde es amtlich. Das Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr Heide-Stadt wurde vom Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein auf den 7. Februar 1847 festgelegt. Damit existiert unsere Feuerwehr durchgängig 165 Jahre. Sie ist somit die älteste Feuerwehr im Bundesland Schleswig Holstein und ist vermutlich unter den ersten vier ältesten Feuerwehren Deutschlands.

Der Soziologe Bernhard von Oberg war durch das Gedicht “Drees” unseres Heimatdichters Klaus Groth (1819-1899) auf Andreas (Drees) Nicolaus Stammer, dem das Gedicht gewidmet war, aufmerksam geworden. Bei Recherchen zu Stammer, der unter anderem Wiederbegründer der Norderegge war, stieß er auf die Gründungsurkunde eines Freiwilligen Brandcorps vom 7. Februar 1847. Diesem Brandcorps stand Drees Stammer als erster Oberkommandeur 6 Jahre lang vor.
Dies war aber nicht der endgültige Beweis. Für die Existenz- und Altersbestimmung einer Feuerwehr gelten einige Kriterien. Neben dem kontinuierlichen, ununterbrochenen Fortbestehen bis heute sind es die arbeitsteilige Aufbauorganisation, die militärmethodische Ausbildung mit häufigem Üben, die zweckmäßige und einsatzbereite Ausrüstung, die Instandhaltung der Ausrüstung, die geregelte Alarmierung und das unverzügliche Ausrücken.
In detektivischer Kleinarbeit machten sich von Oberg und Inge Harländer (Stadtarchiv) auf die Suche nach aussagekräftigen Unterlagen im gut bestückten Heider Archiv, das bis 1828 zurückreicht. Durch zahlreiche Unterlagen, Zeitungsberichte und Dokumente konnte eine lückenlose Existenz bis zum Übergang zur Freiwilligen Heider Turner-Feuerwehr nachgewiesen werden. Über Archivleiterin Dr. Telse Lubitz und Bürgermeister Ulf Stecher ging das Ergebnis zur Begutachtung Richtung Kiel. Diese Unterlagen wurden anschließend noch vom Innenministerium geprüft.
Diese Tatsache haben wir am 9. März 2012 in unserem Feuerwehrhaus mit vielen geladenen Gästen ausgiebig gefeiert
Alle Presseartikel von der ersten Entdeckung bis zur Anerkennung durch das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein finden Sie hier…
Abschrift der Gründungsurkunde der Turner-Feuerwehr Heide
P.M.
Einer königlichen Kirchspielsvogtei verhehlen wir nicht die Angabe zu machen, dass sich in einer am 7 Januar des Jahres abgehaltene Generalversammlung darhiesiges freiwilliges Brandcorps definitiv constituiert hat und demnach bei vorfallenden Feuerbrünsten nunmehr in Wirksamkeit treten wird, indem wir zugleich eine Mannschaftsliste desselben sowie 6 Exemplare der gedruckten Statuten hier nebenanschließen.
Heide, den 16 Febr 1848
Stammer Oberkommandeur
JJ de Vries Secretair

Das Originaldokument
zurück zur Chronik der FF Heide-Stadt
Quellen:
Das Original dieses Dokuments liegt im Stadtarchiv der Stadt Heide
Die Entdeckung des wahren Gründungsdatums - Presseberichte
Pressespiegel
Anhand der unter chronolgisch angeordneten Artikel aus unserer Heimatzeitung der Dithmarscher Landeszeitung möchten wir einen Einblick über die Entdeckung unseres wahren Gründungsdatums geben.
An dieser Stelle ein Dankeschön an die DLZ, Jörg Lotze und Ulrich Seehausen für die Verfügungsstellung der einzelnen Artikel und der hier verwendeten Bilder.
Veröffentlich am:
09.04.2011
Überschrift:
Heide beansprucht Titel als älteste Wehr im Land
Marne rückt auf Platz zwei: Dokumente belegen die Existenz eines Brandkorps schon 1848
Autor:
Jörg Lotze
Heide – Der Heider Wehrführer denkt laut nach: „Peter Harry, jetzt musst Du Dir wohl etwas einfallen lassen“, sagt Robert Rosin und lächelt. Seine mehr als 165 Kameraden und er warten im Moment sehr gespannt auf eine Nachricht des Ministerpräsidenten.
Vielleicht sogar nicht nur eine Nachricht, sondern sogar ein kleines Präsent. Eine Glocke nämlich. Eine solche hatte Landesvater Carstensen im Februar 2009 der Marner Feuerwehr überreicht – als ältester Wehr im Land zu deren 150. Geburtstag.
Tatsächlich geht die Marner Wehr auf ein freiwilliges Brandkorps zurück, das am 20. Januar 1859 gegründet wurde. Bislang galt sie somit offiziell als die älteste im Land. Nach neuesten Recherchen scheint dies jedoch nicht mehr haltbar: Der Journalist Bernhard von Oberg kann belegen, dass die Heider Feuerwehr deutlich, nämlich elf Jahre älter als die Marner ist.
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: Bernhard von Oberg (links) übergibt Wehrführer
Robert Rosin die historischen Belege und Mitgliedslisten
Die Heider Brandschützer konnten ihre Geschichte bisher nur bis zum Jahr 1869 zurückverfolgen. Seinerzeit hatte sich eine sogenannte Turnerwehr gebildet, von der man glaubte, dass mit ihr das Feuerwehrwesen in Heide begann. „Jetzt wissen wir es besser“, sagt von Oberg. Er hatte dieser Tage im Stadtarchiv nach Informationen zum Wiederbegründer der Norderegge, Andreas Nicolaus Stammer, gesucht (wir berichteten). In diesem Zusammenhang erfuhr er, dass Stammer erster Oberkommandierender eines freiwilligen Brandkorps in Heide war – und das bereits im Jahr 1847. Dies lässt sich anhand von Dokumenten eindeutig belegen – allen voran dem Mutterpass des Freiwilligen Brandcorps Heide vom 1. Februar 1847.
Von Oberg beförderte sogar Listen mit den Namen derer ans Tageslicht, die einst zum Brandcorps gehörten, weit mehr als 60 Bürger. Klaus Groth steht – entgegen der weitläufigen Annahme – nicht mit darauf. „Der damalige Schullehrer Groth gehörte zwar zu den Mitgliedern des Bürgervereins, die 1846 die Idee zu einer Feuerwehr hatten und ließ sich auch für den Posten des Abteilungscommandeurs 10. Abteilung aufstellen. Als das Brandkorps dann aber ein Jahr später tatsächlich einsatzbereit war, war Groth schon für immer gen Fehmarn abgereist. „Der Buchhändler Pauly übernahm seinen Posten“, so von Oberg.
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: Das Originaldokument:
Andreas Stammer meldete am
16. Februar 1848 das Heider
Brandkorps einsatzbereit
Am 16. Februar 1848 brachte Oberkommandierender Andreas Stammer zu Papier: „Einer königlichen Kirchspielsvogtei verhehlen wir nicht die Angabe zu machen, daß sich in einer am 7. Januar des Jahres abgehaltenen Generalversammlung darhiesiges freiwilliges Brandcorps definitiv constituiert hat und demnach bei vorfallenden Feuersbrünsten nunmehr in Wirksamkeit treten wird, indem wir zugleich eine Mannschaftsliste desselben sowie sechs Exemplare der gedruckten Statuten hier nebenan schließen.“
1852 bestätigte das damalige Department des Innernen den Heidern, über ein funktionierendes freiwilliges Brandkorps zu verfügen. Andreas Stammer bekleidete das Amt des Oberkommandeurs sechs Jahre lang, dann wurde ein Nachfolger gewählt.
Für Robert Rosin sind diese neuen Informationen gleich in mehrfacher Hinsicht wichtig: Zum einen weiß er nun um das tatsächliche Alter der Heider Feuerwehr, die in diesem Jahr 164 Jahre (und nicht etwa 142) alt wurde – und damit die wirklich älteste Feuerwehr im Norden ist. Zum anderen weiß er nun, dass er praktisch auf dem Stuhl des allerersten Feuerwehr-Chefs Schleswig-Holsteins sitzt. „Nichts gegen die Kameraden aus Marne, aber nun müssten wir eigentlich auch eine Glocke vom Ministerpräsidenten bekommen“, sagt Rosin.
Wie der stellvertretende Regierungssprecher Rainer Thumann gestern auf Anfrage unserer Zeitung betonte, werde die Staatskanzlei die neu bekannt gewordenen Unterlagen sorgfältig sichten. „Ministerpräsident Carstensen wird sich der Angelegenheit persönlich annehmen und schnell eine Entscheidung treffen“, so Thumann. Wenn sich der Fall tatsächlich so darstelle wie jetzt vermutet, müsste die Heider Feuerwehr nachträglich gewürdigt werden – getreu dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt“. Eine solche Entscheidung wäre laut Thumann „kriegsentscheidend“. Denn mit ihr würde man gleichzeitig bestätigen, dass die Geschichte des freiwilligen Feuerwehrwesens im Land elf Jahre älter ist als bislang angenommen. Die Marner müssen ihre Gold-Glocke jedoch nicht zurückgeben: „Die gab es für das 150-jährige Bestehen, nicht für den Status, die älteste Wehr zu sein“, so Thumann. Natürlich könnten nun auch die Heider für eine solche Würdigung mit goldener Glocke vorgeschlagen werden.
Die historische Rolle der Heider Brandbekämpfer ist sogar noch ein Stückchen größer, wie von Oberg anmerkt: „Zu allen Zeiten hat es gebrannt. Zu allen Zeiten wurde gelöscht. Aber die Vision, auf dem Gebiet des heutigen Deutschland eine freiwillige Feuerwehr auf die Beine zu stellen, stammt aus dem Jahr 1846. Und im Licht der überlieferten Dokumente gesehen, propagierten zwei Männer zwischen Gammelby im Norden und Garmisch im Süden diese bahnbrechende Idee und setzten sie in die Tat um: In Durlach Christian Hengst und in Heide Andreas Stammer, beide Jahrgang 1804.“ Damit, so von Oberg, sei die Heider Feuerwehr gleichzeitig eine der beiden ältesten Deutschlands.
Veröffentlich am:
14.04.2011
Überschrift:
Älteste Feuerwehr: Stadt prüft Unterlagen
Autor:
Jörg Lotze
Heide - Bürgermeister Ulf Stecher hat dem Heider Stadtarchiv sowie Mitarbeitern aus dem Rathaus einen umfassenden Prüfauftrag erteilt. Hintergrund sind die neuen Erkenntnisse zum Alter des freiwilligen Feuerwehrwesens in Heide.Wie berichtet, fand der Journalist Bernhard von Oberg Dokumente, nach denen die erste freiwillige Feuerwehr bereits 1847 gegründet wurde – um den damaligen Oberkommandierenden Andreas Nicolaus Stammer. Damit ist die Heider Wehr die nachweislich älteste in Schleswig-Holstein.
Bislang galt die Marner Wehr mit dem Gründungsdatum 20. Januar 1859 als die älteste dokumentierte Freiwilligenwehr Schleswig-Holsteins. Dort diskutierte die Bauernschaft erst am 12. März 1856 die Bildung eines freiwilligen Brandcorps. „Die Heider Wehr ist also elf Jahre älter als die Marner“, sagt von Oberg. Stecher will auf Nummer sicher gehen: „Wenn wir das jetzt beim Land geltend machen, muss das wasserdicht sein.“ Auf den ersten Blick sei allerdings davon auszugehen, dass die im Stadtarchiv befindlichen Unterlagen tatsächlich belegen, dass es 1847 in Heide die erste freiwillige Feuerwehr gegeben hatte, wobei die Idee dazu im Heider Bürgerverein entstanden war. Er werde sich in dieser Angelegenheit kurzfristig mit dem Innenminister in Verbindung setzen, so Stecher.
Davon unabhängig könnte nun auch die Frage aufkommen, ob die Stadt nicht eine Straße nach ihrem großen Bürger Andreas Nicolaus Stammer benennen möchte. Denn immerhin hatte dieser nicht nur das freiwillige Feuerwehrwesen angeschoben, sondern auch die Norderegge wiederbelebt.
Veröffentlich am:
27.04.2011
Überschrift:
Älteste freiwillige Wehr: Quellen geprüft
Stadt schickt Unterlagen nach Kiel
Autor:
Jörg Lotze
Heide - Bürgermeister Ulf Stecher zeigt sich zuversichtlich: „Nach allen bisherigen Erkenntnissen scheint die Wiege des freiwilligen Feuerwehrwesens im heutigen Schleswig-Holsteins tatsächlich in Heide zu stehen“, sagte er gestern auf Nachfrage unserer Redaktion.
Bis gestern waren im Rathaus die vom Journalisten Bernhard von Oberg ans Tageslicht beförderten Unterlagen ausgiebig geprüft worden. Wie berichtet, geht aus den Quellen hervor, dass das erste freiwillige Brandkorps bereits 1847 in Heide gegründet wurde – um den damaligen Oberkommandierenden Andreas Nicolaus Stammer. Damit ist die Heider Wehr die nachweislich älteste im Land. Diesen Titel trug bislang die Marner Feuerwehr, die jedoch erst 1856 aus der Taufe gehoben wurde. „Wir haben die Unterlagen sorgfältig geprüft, sie sind absolut glaubhaft und bestätigen die Annahme. Damit liegt der Ursprung des freiwilligen Löschwesens in Heide“, so Stecher. Er werde die Unterlagen nun an Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen weiterleiten. Die Heider Feuerwehr hat demnach nun auch die Möglichkeit, vom Innenministerium – wie die Marner – eine goldene Glocke für 150-jähriges Bestehen verliehen zu bekommen.
Veröffentlich am:
06.05.2011
Überschrift:
Feuerwehr-Thema schmort im Rathaus
Heider Wehr die älteste im Land? Kiel fordert Beleg über durchgängigen Bestand
Autor:
Jörg Lotze
Heide - Welche Feuerwehr ist die älteste im Land? Die Marner oder die Heider? Auf die Frage gibt es bislang noch keine Antwort aus dem zuständigen Innenministerium. Und das hat einen Grund: „Uns liegen dazu noch keine Unterlagen aus dem Heider Rathaus vor, es gibt weder einen Antrag noch einen Schriftverkehr zu diesem Thema“, hieß es gestern aus dem Ministerium.
Thomas Giebeler, der Sprecher des Ministeriums, hatte angekündigt, die neuen Erkenntnisse aus Heide rasch prüfen zu wollen. Offenbar liegt der Vorgang allerdings noch immer im Heider Rathaus. Und das, obwohl Bürgermeister Ulf Stecher mehrfach angekündigt hatte, die Unterlagen rasch nach Kiel schicken zu wollen.
Wie mehrfach berichtet, hatte der Journalist Bernhard von Oberg bei Recherchen festgestellt, dass die Gründung eines freiwilligen Brandkorps in Heide auf das Jahr 1847 zurückgeht. Die Wurzeln der Marner Wehr sind neun Jahre jünger.
Bürgermeister Stecher hatte diese Quellen unserer Zeitung gegenüber bestätigt: „So wie es aussieht, steht die Wiege des freiwilligen Feuerwehrwesens nicht in Marne, sondern tatsächlich in Heide.“ Warum die entsprechenden Beweise bislang noch immer nicht in Kiel angekommen sind, war gestern nicht zu klären. Es hie lediglich, die Mitarbeiter des Stadtarchivs seien noch mit dem Prüfauftrag beschäftigt, den der Bürgermeister Mitte April erteilt hatte.
In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses war unter einigen Ratsleuten der Eindruck entstanden, Ulf Stecher verfolge das Thema nicht mit dem nötigen Engagement. Auch Wehrführer Robert Rosin zeigte sich gestern ein wenig verwundert darüber, dass das Ministerium noch keine Post aus Heide bekommen hat. „Wir warten die Sache aber hoffnungsvoll ab.“
Wie Hans Schönherr, Referatsleiter für das Feuerwehrwesen, dazu sagte, müsse es bei der Prüfung vor allem um die Frage gehen, ob die Heider Feuerwehr nachweisen kann, dass sie seit dem 16. Dezember 1847 ununterbrochen Bestand habe. „Das ist entscheidend. Wir ehren eigentlich immer die ununterbrochene Zeit mit Ausnahme der Weltkriege, in denen viele Wehren vorübergehend keinen Bestand hatten.“ Wenn die Heider Feuerwehr also behaupte, älteste im heutigen Schleswig-Holstein zu sein, dann müsse sie nachweisen, dass sie die gesamten 164 Jahre lang im Einsatz war. Thomas Giebeler: „Ansonsten gibt es nämlich mit Sicherheit noch andere Feuerwehren im Land, die auch älter sind als bei uns offiziell bekannt.“
Entdecker Bernhard von Oberg geht davon aus, dass er auch diesen Nachweis in Kürze führen kann, zusammen mit Dr. Telse Lubitz vom örtlichen Stadtarchiv: „Wir haben dargelegt, dass Andreas Nicolaus Stammer sechs Jahre lang der erste Oberkommandierende eines freiwilligen Brandkorps und damit des ersten seiner Art in Schleswig-Holstein war. Das war bislang nicht bekannt. Die Truppe in Heide war schon damals freiwillig, aber militärisch durchorganisiert.“ 1852 wurden diese Wehr und ihre Statuten sogar vom Department des Inneren bestätigt, ein Beleg darüber liegt im Rathaus vor. 1854 trat Stammer ab, es wurde ein neuer Oberkommandierender gewählt. „Die Wehr hat also weiterbestanden. Nun geht es nur noch darum, die Zeit zwischen 1854 und dem bisher bekannten Gründungsdatum 1869 schriftlich zu belegen. Da bin ich sehr zuversichtlich. Denn nicht zuletzt tauchen in den Mitgliederlisten des ersten Brandkorps, der späteren Turnerwehr und auch der heutigen Heider Feuerwehr stellenweise dieselben Familiennamen auf. Das ist bereits ein sehr wichtiges Indiz.“
Veröffentlich am:
27.05.2011
Überschrift:
Älteste Feuerwehr: Jetzt ist Kiel am Zug
Heide kann durchgehenden Bestand der Freiwilligenwehr seit 1847 nachweisen
Autor:
Jörg Lotze
Heide – Spätestens Anfang nächster Woche wird das Innenministerium Post aus dem Heider Rathaus bekommen. Nicht nur einen dünnen Brief, sondern gleich ein größeres Paket.
Darin befinden wird sich ein dicker Aktenordner aus dem Heider Stadtarchiv, den Inge Harländer und Dr. Telse Lubitz in den zurückliegenden Wochen mit historischen Dokumenten gefüttert haben. Diese belegen eindeutig, dass die Wiege des freiwilligen Feuerwehrwesens in Schleswig-Holstein nicht – wie bislang geglaubt – in Marne, sondern in Heide stand. „Es ist den Mitarbeiterinnen des Archivs gelungen, lückenlos nachzuweisen, dass es in unserer Stadt seit 1847 zu jedem Zeitpunkt eine freiwillige Feuerwehr gab. Also bis heute ununterbrochen, 164 Jahre lang“, freut sich Bürgermeister Ulf Stecher. Die Marner Wehr wurde hingegen erst 1859 gegründet, ist also zwölf Jahre jünger.
Der Heider Autor Bernhard von Oberg war im April bei Recherchen zur Heider Norderegge darauf gestoßen, dass die Gallionsfigur der Egge, Andreas Stammer, nicht nur diese, sondern auch das erste freiwillige Brandcorps in Heide gründete – und diesem als Oberkommandierender vorstand. „Damit ist die Heider Wehr 22 Jahre älter als bislang bekannt, denn bis heute zählte stets das Gründungsdatum der Turnerwehr, 1869. Das ist nun überholt“, sagt von Oberg. Auch das Alter des freiwilligen Feuerwehrwesens in Schleswig-Holstein, das bislang mit dem Bestand der Marner Wehr identisch war, müsse korrigiert werden.
Das Innenministerium in Kiel bekam durch unsere Zeitung Kenntnis von dieser Entdeckung, hielt sich aber bislang bedeckt, da noch keine Unterlagen aus Heide zur Prüfung vorlagen. Der Referatsleiter für das Feuerwehrwesen im Ministerium, Hans Schönherr, wies vorab darauf hin, dass es darauf ankomme, den ununterbrochenenen Bestand nachzuweisen. „Dieses können wir nun“, sagt Inge Harländer aus dem Heider Stadtarchiv. Sie hatte an insgesamt 70 Stellen Belege gefunden und diese chronologisch eingeordnet. Dafür wälzte sie unter anderem 25 Jahrgänge der Dithmarscher Blätter sowie unzählige historische Feuerwehrprotokolle. „Viele von ihnen handschriftlich in Altdeutsch“, sagt sie.
Ulf Stecher wird das Paket noch heute nach Kiel schicken. „Und dann warten wir gespannt ab, was das Ministerium dazu sagt. Unsere Feuerwehr kann jedoch froher Hoffnung sein, in Kürze als die älteste im Land zu gelten“, so Stecher.
Veröffentlich am:
08.06.2011
Überschrift:
Kiel überprüft Heider Feuerwehr
Ist sie tatsächlich die älteste im Land? Innenministerium sichtet Unterlagen
Autor:
Jörg Lotze
Heide – Das Innenministerium in Kiel hat das Paket aus dem Heider Rathaus erhalten. Das bestätigte gestern Ministeriumssprecher Wolfgang Röttgers auf Anfrage unserer Zeitung.
In diesem befanden sich Unterlagen, mit denen die Heider beweisen möchten, dass ihre Feuerwehr nicht nur 22 Jahre älter ist als bislang angenommen, sondern mit 164 Jahren zugleich die älteste in Schleswig-Holstein ist. Bisher gelten die Brandschützer aus Marne als die älteste Freiwilligenwehr im Land (Gründung 1859, wir berichteten).
Bei Recherchen des Heider Autors Bernhard von Oberg war vor Kurzem herausgekommen, dass die Ursprünge der Heider Wehr nicht auf die Gründung der Turnerwehr 1869 zurückgehen, sondern auf ein Brandcorps von 1847. Die nun nach Kiel gesandten Unterlagen aus dem Stadtarchiv belegen nach Angaben von Bürgermeister Ulf Stecher, dass die Heider Wehr seit 1847 ununterbrochen besteht.
Stecher: „Unsere Feuerwehr kann guter Hoffnung sein, demnächst als die älteste im Land zu gelten.“
„Die Unterlagen aus Heide werden bereits intensiv von uns geprüft“, sagte Wolfgang Röttgers gestern. Diese Prozedur werde eine Weile in Anspruch nehmen, möglicherweise werden Mitarbeiter des Innenministeriums in diesem Zusammenhang auch in Heide Archiveinsicht nehmen. „Wir wollen bei dieser Frage natürlich keine Fehler machen. Denn wenn sich die Vermutung der Heider bestätigt, kann deren Wehr nicht nur für das 150-jährige Bestehen mit einer goldenen Glocke ausgezeichnet werden, sie wäre damit automatisch die älteste Wehr Schleswig-Holsteins.“ Röttgers: „Dabei wäre natürlich fatal, wenn wir eine solche Bestätigung herausgeben würden und sich hinterher herausstellt, das stimmt so nicht. In dieser Frage darf man auch die Sensibilität der Feuerwehren nicht unterschätzen.“
Bernhard von Oberg ist weiterhin zuversichtlich, dass die Heider in absehbarer Zeit sowohl die goldene Glocke als auch den Titel zuerkannt bekommen: „Mit der jetzigen genauen Prüfung in Kiel sind wir auf diesem Weg einen ordentlichen Schritt vorangekommen.
Veröffentlich am:
03.09.2011
Überschrift:
Anerkannt: Heider Wehr ist die älteste im Land
Innenministerium bestätigt Anspruch der Feuerwehr auf die goldene Glocke
Autor:
Jörg Lotze
Heide – Nun ist es amtlich: Die Heider Feuerwehr ist bereits 164 Jahre alt und nicht – wie bislang angenommen – „nur“ 142. Das hat gestern das Innenministerium bestätigt, nachdem in Kiel historische Unterlagen aus dem Heider Stadtarchiv intensiv geprüft worden waren.
:
: Noch steht auf dem Logo am Heider Gerätehaus
das bisher
bekannte Gründungsdatum 1869.
Das dürfte sich schnellstmöglichst ändern, wie
Wehrführer Robert Rosin (links) und sein
Stellvertreter Hartmut Wiechmann ankündigen
„Aus der nachgewiesenen Chronik geht hervor, dass die Heider Feuerwehr einen Anspruch auf eine Auszeichnung mit der goldenen Glocke hat“, sagt Ministeriums-Sprecher Thomas Giebeler. Mit einer solchen werden Wehren für 150-jähriges Bestehen geehrt, in Schleswig-Holstein etwa die Marner Feuerwehr. Giebeler: „Der Antrag des Heider Bürgermeisters auf diese Ehrengabe liegt uns vor. Dieser und auch das weitere Verfahren werden in der Staatskanzlei bearbeitet, die Glocke wird vom Ministerpräsidenten überbracht“, kündigte Giebeler gestern an.
Damit erkennt das Land das wahre Alter der Heider Wehr an, die 22 Jahre älter ist als bisher bekannt. Der Autor Bernhard von Oberg war bei Recherchen darauf gestoßen, dass die Wehr auf ein freiwilliges Brandcorps aus dem Jahr 1847 zurückgeht und seitdem ununterbrochen bestanden hat. „Wir freuen uns und werden das bei unserem Fest am 24. September ausgiebig feiern“, sagt Wehrführer Robert Rosin. Damit dürfte die Heider nun auch als die älteste freiwillige Wehr im Land gelten, was bisher die Marner (Gründung 1859) für sich in Anspruch nehmen konnte. Giebeler: „Ob Heide die älteste Wehr hat, kann nicht beurteilt werden.“ Bernhard von Oberg zieht jedoch den einzig möglichen Schluss: „So lange keine andere Wehr ein früheres Gründungsdatum nachweisen kann, hat Heide die älteste.“
Veröffentlich am:
16.09.2011
Überschrift:
164 Jahre: Urkunde für die Feuerwehr
Autor:
Jörg Lotze
Heide - In Vertretung von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Innenminister Klaus Schlie wird Manuela Söller-Winkler (kleines Bild) am 24. September am Stiftungsfest der Heider Feuerwehr teilnehmen. Und das nicht ohne Grund: Die Landeswahlleiterin und Leiterin der Kommunalaufsicht wird der Heider Wehr eine Urkunde überreichen, mit der sie nachträglich für ihr 150-jähriges Bestehen ausgezeichnet wird. Noch in Arbeit ist die dazugehörige goldene Glocke, die eine Fertigungszeit von zehn bis zwölf Wochen hat. „Die Glocke wird schnellstmöglichst vom Ministerpräsidenten nachgereicht “, teilte Bürgermeister Ulf Stecher dazu mit.
Mit dieser Auszeichnung erkennt das Land das wahre Alter der Heider Wehr an, die tatsächlich 22 Jahre länger Bestand hat als bisher angenommen. Der Autor Bernhard von Oberg entdeckte, dass sie nicht auf die Turnerwehr von 1869, sondern auf ein freiwilliges Brandkorps aus dem Jahr 1847 zurückgeht. Damit ist sie zugleich älteste freiwillige Feuerwehr im Land.
Veröffentlich am:
26.09.2011
Überschrift:
Besiegelt: Heider Feuerwehr die älteste im Land
Innen-Staatssekretär Volker Dornquast überbringt Urkunde und provisorische goldene Glocke
Autor:
Ulrich Seehausen
:
: Urkunde und eine provisorische Goldene Glocke:
v.l. Innen-Staatssekretär Volker Dornquast,
Heides Wehrführer Robert Rosin
sowie der Entdecker Bernhard von Oberg.
Heide - Die versprochene goldene Glocke kam zwar nicht an Land, stattdessen erhielt Robert Rosin – als Leihgabe bis zur Fertigstellung der richtigen Glocke – ein Provisorium derselben.
Heides Wehrführer und seine am Sonnabend zum Stiftungsfest im Kohlzelt zahlreich angetretenen Kameraden freuten sich nichtsdestotrotz über die angekündigte Ehrengabe des Landes. Mit der von Innenstaatssekretär Volker Dornquast überreichten Urkunde ist nunmehr offiziell besiegelt, was schon länger feststeht: Die Freiwillige Heider Feuerwehr ist 164 Jahre alt und nicht – wie bisher angenommen – nur 142. Damit sind die Brandbekämpfer der Kreisstadt die ältesten ihrer Zunft in Schleswig-Holstein.
Recherchen des Journalisten Bernhard von Oberg ergaben, dass die Wehr 22 Jahre mehr auf dem Buckel hat als lange Zeit vermutet. Wie berichtet, stieß der Autor im Heider Stadtarchiv auf eine Quelle, die belegt, dass bereits 1847 ein freiwilliges Brandcorps gegründet wurde. Der erste Oberkommandierende war Nicolaus Andreas Stammer. Bisher galt die Marner (Gründung 1859) als älteste freiwillige Feuerwehr im heutigen Schleswig-Holstein.
